Vol. X  Issue No. 10   Oktober 2008        

"Ob man glaubt, man kann es, oder ob man glaubt, man kann es nicht: in beiden Fällen liegt man richtig."  
 Henry Ford (1863-1947)
. . . Ich übertrat diese unsichtbare Linie. . .

Ich spielte zwanghaft seit ich 15 bin, sogar in diesen jungen Jahren war ich in den Händen der Kredithaie. Als ich 15 war, starb mein Vater, was mich, meine Mutter und meine ältere Schwester alleine zurückließ. Wie man sich denken kann, gab es deshalb nicht allzu viel Disziplin in meinem Leben, mehr oder weniger war ich auf mich allein gestellt.

Obwohl Wettbüros in diesem Land zu dieser Zeit illegal waren, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, dass ein Buchmacher mein direkter Nachbar war. Egal, ob man's glaubt, in vielerlei Hinsicht war ich noch ein ganz normaler Junge zu dieser Zeit. Ich hatte durchaus noch ein Gefühl für richtig und falsch und hatte noch meine Moral. Aber je mehr Zeit verging und je stärker das Spielen mich einnahm, desto mehr veränderten die Dinge sich.

Als ich irgendwann diese unsichtbare Linie übertrat, die ich natürlich nicht sehen konnte, begann eine Reise, die ich nie wieder noch einmal tun müssen möchte. Als ich 18 war, war ich schon richtig süchtig nach Spielen, ich lernte meine Frau Evelyn mit 16 kennen und da sprachen wir schon von Heirat. Die Arme wusste nicht, worauf sie sich einlassen würde. Jedenfalls heirateten wir, mit sehr knappen Mitteln, wie ich hinzufügen möchte, und dann begann das Spielen wirklich Probleme zu verursachen. Ich war damals ein Verkaufsfahrer für eine große Bäckereigesellschaft und ich hatte deshalb Zugang zu einer Menge Cash. Eine fatale Mischung, Cash und ein zwanghafter Spieler. Ich erkannte einfach den Unterschied nicht mehr zwischen dem, was deren war und dem, was meins war. So machte ich massiv Schulden bei dieser Firma und vertuschte das noch eine ganze Weile durch kreative Buchführung, ich bin mir sicher, Du weißt, wovon ich rede, Marylin, nachdem ich Deine Geschichte gelesen habe. Irgendwie entkam ich dem Gefängnis noch mal und nach drei Jahren des Versteckens und Vertuschens wurde ich gefeuert, und schuldete der Firma noch etliche Tausend Pfund. Evelyn und ich waren seit drei Jahren verheiratet und hatten zwei kleine Töchter, Caroline und Yvonne.

Von da an ging es stetig bergab, Alkohol wurde ebenfalls zu einem Problem. Mein Charakter änderte sich total, von einer eher ruhigen Person wurde ich zu einer gewalttätigen, jedenfalls allen außer meiner Familie gegenüber. Deshalb war ich mehrmals im Gefängnis. Ich lebte damals auf einer Drei-Mahlzeiten-pro-Tag-Diät. Die erste Mahlzeit war Groll. Noch bevor ich aufgestanden war, war ich schon über irgendetwas total verärgert. Die zweite war Selbstmitleid, das sehr schnell folgte. Die dritte Mahlzeit war die, die ich am meisten liebte und das war Hass. Hass gefiel mir, ich hasste alles und jeden. So führte ich mein Leben, bis die Realität mich einholte und ich hier bei unserer wunderbaren Gemeinschaft Hilfe suchte.

Marilyn, das war nur ein ganz kurzer Abriss meines Lebens bevor ich in das Programm kam, heute würde ich demselben Typen nicht mehr über den Weg trauen.

Tommy aus Schottland.
 

Gepackt von Casinos

Ehrlich gesagt teilt die Autorin ihre Reise durch diverse Süchte und ihre Heilung davon mit uns. Auf diesem Weg gibt sie all die weithin bekannten psychosozialen Ereignisse und Traumata, die auf dem Weg der meisten weiblichen Süchtigen auftreten, wieder. Sehr gut lesbar, das Buch gibt eine Einführung in das 12-Punkte-Programm und wird abgerundet von einem letzten Kapitel mit kurzen Artikeln von Profis mit Expertise bei der Behandlung von Süchtigen und Suchtstörungen. Extrem empfehlenswert für Frauen jeglichen Alters und jene, die sie lieben, die mit Spielsucht oder anderen aktiven Süchten kämpfen.
 
Falls Sie das Buch noch nicht kennen, klicken Sie:  www.grippedbygambling.com und schauen Sie rein in die Informationen, die es bietet.   Die Webseite umfasst eine Liste von Ereignissen, die ich erlebt habe, welche mich dazu qualifizieren, solch ein Buch zu schreiben, eine Autobiografie mit einigen Fotos von besonderen Momenten meines Lebens und einigen Kritiken des Buches, die mir Leser schickten. Das Buch kann bei Amazon.com. via Titel, Autor oder Isbn # 978-1-58736-770-0  gefunden werden.
 
                              

 FRAGE 18: Bewirken Streits, Enttäuschungen oder Frustrationen bei Ihnen den Drang, zu spielen?
 

Das Übersetzen der Literatur von GA ist eine schwierige Aufgabe, denn es gibt die Regel: Wort für Wort. Es gibt viele Entsprechungen in meiner Muttersprache Polnisch für englische Ausdrücke. Aber die Literatur von GA ist nicht wie Poesie oder ein Roman, bei dem man mehrere Übersetzungsmöglichkeiten hat. Übersetzungen müssen sehr präzise erledigt werden, sodass jedes Buch, jede Broschüre und jedes Pamphlet genau dasselbe sagen. Als ich zum ersten Mal mit Literatur von GA in Berührung kam, war ich verliebt in die Informationen über das Nichtspielen, obwohl ich noch nicht sehen konnte, wie logisch und magisch sie ist. Alles, was ich wusste war, dass wenn ich als Vorsitzende eines GA-Meetings etwas teilen wollte, dann musste ich etwas zum Teilen haben. Alles was mir bekannt war, waren Kriegsgeschichten oder Geschichten davon, dass das Onlinespielen uns nirgendwohinführt. Mit uns meine ich unsere Gruppe in meiner Heimatstadt Krakau. Als ich später die Geschichte von der Algamus-Society las, war ich glücklich, dass ich Recht hatte.

Ich kam zur polnischen GA im Januar 2006, nach 15 Jahren total besessenen Spielens, ich war nur noch ein paar Meter vom Tod entfernt. Ich war dabei, zu sterben, und es gab keine Heilung für mich. Es gab auch keine GA-Literatur auf polnisch. Um keine Fehler bei meinen Übersetzungen zu machen, verbrachte ich Stunden um Stunden über meinem Wörterbuch und las GA-Webseiten aus verschiedenen Ländern am Computer. Ich verbrachte ebensoviele Stunden damit, WHW zu lesen und zu übersetzen, und ich mochte es sehr, weil es wie ein Kommentar, eine Erklärung zu meinem Leben war. Jeden Tag verstand ich mehr und mehr. Der schwierigste Teil war, es zu akzeptieren. Ich hatte Glück, Marilyn L., meine Internetunterstützung. Ich fragte hunderte Fragen und Marilyn L. war immer nett genug, alles zu erklären oder einen Vorschlag zu machen.

Welcher Teil des Combo-Buches der schwierigste für mich zu übersetzen war? Die 20 Fragen. Die 20 Fragen bilden die Geschichten eines Spielsüchtigen ab. Genau in diesem Moment fragt sich jemand, ob er oder sie spielt. Also sollten alle Fragen in der Vergangenheit formuliert sein.   Haben Sie? Waren Sie? Hatten Sie? Ich sagte 19 Mal "Ja" als Antwort.

Aber es gab eine weitere Frage, bei der ich unsicher war. Frage 18. Bewirken Streits, Enttäuschungen oder Frustrationen bei Ihnen den Drang, zu spielen?

Es war die einzige Frage, die in der Gegenwart formuliert war. Warum? Was war es Kluges, das GA damit meinte? Ich fragte mich wieder und wieder: Ist es wirklich möglich, dass mich nichts in der Welt je wieder so aufregen kann, dass ich spielen gehe? Ist das wirklich möglich? Ich war schockiert. Ich konnte sehr gut erinnern, wie es früher war: Regen oder Sonnenschein - ein guter Grund zu spielen. Geburtstag oder Beerdigung - ein guter Grund zu spielen. Jeder Grund war gut genug, um zu spielen.

Also fragte ich mich: gibt es vielleicht einen Unterschied zwischen den englischen Wörtern "urge" und "impulse"? Ist ein Impuls etwas, das in meinem Gehirn erscheint und ich habe keinen Einfluss darauf? Ich konnte mich sehr gut an Impulse erinnern, besonders am Ende meiner Spielerkarriere - es war etwas sehr, sehr Schmerzhaftes. Mein Körper und mein Gehirn waren wie unter Schmerzen. Ich schwitzte und zitterte. Ich litt unter physischen Schmerzen und es war ein unfassbares physisches und mentales Leiden. (Einmal kettete ich mich selbst, um nicht spielen zu gehen, an eine Heizung neben einem Fenster. Aber das ist eine andere Geschichte.).

Vielleicht ist also ein "urge", der "Drang" eine Art Verhaltensweg, den ich kreiiert habe? In belastenden Situationen online zu gehen und zu spielen? Und ist es keine Frage von Impulsen, dass ich gelernt habe, so zu reagieren? Sich im realen oder im Onlinespielen zu verstecken? Und habe ich so einen Drang gezüchtet? Eine Methode, mich selbst für unangenehme Situationen zu belohnen, die ich nicht geregelt bekam? Aber was ist mit den guten Zeiten? Auch da war ich im Online-casino. Jeder Grund war gut genug.

Warum? Warum ist diese Frage 18 die einzige, die in der Gegenwart formuliert ist? Ich stellte mir selbst diese Frage und die Antwort war nein. Das war eine große Überraschung für mich. Also fragte ich mich nochmal: Habe ich irgendwelche Impulse? Meine Antwort war nein. Und dann fragte ich mich wieder.
Gibt es einen Grund, der gut oder schlecht genug ist, um spielen zu gehen? Und meine Antwort war wieder nein. Also entschloss ich mich, auf Impulse zu warten. Und bis heute ist keine mehr aufgetaucht. Ist ein Impuls also ein Gedanke? Ich lernte im GA-Programm, dass ich nicht für meine Gedanken verantwortlich bin. Ich bin verantwortlich dafür, was ich tue. Ich habe die letzten zwei Jahre damit zugebracht, mir Frage 18 zu stellen. Und meine Antwort bleibt immer nein. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ich lernen muss, mit schwierigen Situationen umzugehen und keinen Drang zu entwickeln - Methoden, mich für stressige Situationen zu belohnen.

Ist nicht zu spielen eine Frage von Impuls, Drang oder meinen Entscheidungen? Dieser Drang aus Frage 18 war eine Art Methode, die ich selbst kreiiert habe. Diese Methode als eine Methode, dem echten Leben zu entkommen, war total falsch. Sowohl von guten als auch von schlechten Sitautionen. Heilung ist ein Geschenk. Also, wissen Sie was? Ich weiß nicht, warum mir jemand dieses Geschenk gemacht hat. Aber nur um sicherzustellen, dass ich es nicht verliere, gehe ich zu den GA-Meetings. Ist mein Drang ein guter? Ist er meine bewusste Entscheidung, die beste, die ich je gemacht habe?

Worauf ich sehr neugierig bin, ist, was ich eigentlich sein sollte. Ein unglücklicher, elendiger Onlinegambler? AUF KEINEN FALL! Ich habe gelernt: "Das beste an der Zukunft ist, dass sie Tag für Tag kommt. "  Abraham Lincoln, 1809-1865

GA, vielen Dank für Frage 18, mein ZIEL-ABSICHTS-ZIEL (was bevorzugen Sie?)

Isia aus Polen
 

 

      PUNKTE ZUR ÜBERLEGUNG
 

Von Bobbe McGinley, Klinische Direktorin/CEO von ACT – Counseling & Education

Am 5. März 2007 war das Office of Problem Gambling Gastgeber für das erste Symposium in Arizona aus Anlass der National Problem Gambling Awareness Week, die von Gouverneurin Janet Napolitano ausgerufen wurde. Die Präsentationen von einigen der klugsten Köpfe zum Thema Jugend und Spiele waren interessant und regten zum Nachdenken an.

Bemerkenswerte Punkte umfassen, aber sind nicht begrenzt auf folgende Erinnerungen, bezogen auf Kinder:

►Spielen wird immer präsenter im Leben von Kindern, durch Werbung, mehr Orte, an denen gespielt wird, höhere soziale Akzeptanz, Spielzeuge und Spiele;
►Spielen ist ein neuer Initationsritus;
►Viele Eltern sehen Spielen nicht als problematisch an, sondern betrachten es als Unterhaltung und ,
►Viele Eltern warnen ihre Kinder nicht for den Gefahren des Spielens.

Spielen und unsere Jugend

Heranwachsende mit Spielproblemen haben ein erhöhtes Risiko für anderes Suchtverhalten, bei denen die drei wichtigsten Gründe, aus denen Kinder spielen, eine Rolle spielen: Spaß, Aufregung und Geld (in dieser Reihenfolge).

Beliebte Spielaktivitäten für Kinder

►Lose und Rubbellose, die von Erwachsenen geschenkt werden;
►Kinder verbringen mehr Zeit mit spielen, bleiben manchmal die ganze Nacht wach, was ihre Ausbildung beeinflusst;
►Manche Kinder möchten professionelle Spieler werden;
►Spielen ist bei Jungs beliebter als bei Mädchen;
►Gambling hat bei Kindern eine höhere Prävalenz als bei Erwachsenen, ungefähr das 2- bis 4-Fache und
►Online Casinos machen Umsätze durch Freispiele für Kinder.

Andere berücksichtigenswerte Punkte

►Im Durchschnitt besitzt ein Mensch drei Kreditkarten, Spielsüchtigen haben sieben bis zehn;
►Die allermeisten Menschen haben kein Spielproblem, Spielsüchtige machen ca. 3% der Bevölkerung aus.
►Gewinnen ist nur für ungefähr 25% der Spielsüchtigen wichtig (die Möglichkeit zu haben, weiterzuspielen, ist der eigentliche Fokus);
►Geld ist ein Mittel, um das Spielen fortzuführen, nicht notwendigerweise das Ziel;
►Spielen ist aus der Schmuddelecke in den Mainstream der Gesellschaft gerückt;
►Jugendliche Spielsüchtige haben ein großes Risiko für andere Süchte wie Rauchen, Trinken und Marihuana;
►Präventivmaßnahmen für jugendliche Spielsüchtige sollten auf diese besondere Problemkonstellation hinweisen, nicht alleine auf das Problem mit dem Spielen

Ich hoffe aufrichtig, dass dieses Symposium nur das erste von vielen ist, die wir in den nächsten Jahren erleben werden. Die Energie der Profis und die Lebendigkeit der Präsentationen wurde von den allermeisten Anwesenden gelobt. Die Evaluationen waren konsistent mit der Hoffnung, dass mehr Forscher und Pioniere in diesem Feld zusammengebracht werden können und ihre Funde gemeinsam diskutieren können, und den Profis die Möglichkeit gegeben wird, neue und faszinierende Informationen zu ihrem ohnehin schon vielfältigen Wissen hinzuzufügen. Es war mir und meinen Mitarbeitern eine Ehre, hier hilfreich sein zu können, dieses Ereignis zum Leben zu bringen und hoffe, dass dies nur die erste von vielen Gelegenheiten ist, die klugsten Köpfe des Valleys zusammenzubringen mit der Absicht, Lösungen und Präventionsmethoden für unsere Jugend zu finden.

Bobby McGinley arbeitet seit ihrer Zertifizierung durch das Arizona Council on Compulsive Gambling, Inc., mit zwanghaften und problematischen Spielern. Sie ist Klinische Direktorin und Berater bei ACT Counseling & Education
. http://www.actcounseling.com 
 

Spirituelle Verbindung liegen jenseits des Verstehens des Geistes.

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